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KIChatGPT

Ich bin es leid

16. Juli 2026

Ich bin es leid

Diese Warner. Diese ewigen Mahner mit dem sorgenvollen Blick. Die dir jeden Tag erklären, dass die KI dir das Hirn wegfrisst.

Jeden Tag ein neuer Post. Jeden Tag eine neue Studie. „KI macht dumm.” Peng. Like drücken. Alle nicken.

Ich kann es nicht mehr hören.

Die Studie

Meistens ist es dieselbe. MIT. Klingt seriös. „Your Brain on ChatGPT.”

54 Leute. Studenten aus Boston. Achtzehn davon haben den entscheidenden Teil überhaupt mitgemacht. Kein Peer-Review. Ein Preprint. Also ein Entwurf.

Und das Beste kommt jetzt.

Die Autoren selbst haben die Journalisten angefleht. Wörtlich, auf ihrer eigenen Website: Bitte benutzt keine Wörter wie „dumm”, „brain rot”, „Schaden”. Wir haben diese Vokabel im Paper nicht verwendet.

Und was macht die halbe LinkedIn-Bubble? Genau das.

Kann man so machen. Ist eine medienwirksame, aber halt subjektive Verzerrung.

Und dann Microsoft

Die andere Lieblingsstudie. Microsoft Research. 319 Büromenschen. Selbst ausgefüllter Fragebogen. Die Leute haben sich selbst eingeschätzt, ob sie faul denken. Das ist die Methode. Selbsteinschätzung.

Und wer bezahlt den Laden? Microsoft. Die Firma, die zweistellige Milliarden in OpenAI gesteckt hat.

Die Firma, die dir die KI verkauft, warnt dich vor der KI.

Das muss man erst einmal hinbekommen.

Die dritte im Bunde

Dann noch der Herr Gerlich. Schweizer Business School. 666 Leute, online zusammengeklickt über Social Media. Ergebnis: eine Korrelation.

Korrelation. Nicht Ursache.

Wer viel KI nutzt, denkt weniger kritisch – vielleicht. Vielleicht nutzen aber auch die, die ohnehin nicht gern denken, einfach lieber die KI. Merkst du den Unterschied? Der Herr Gerlich offenbar nicht so genau. Ein Autor, veröffentlicht bei MDPI, im September nachträglich korrigiert.

Das lernt man im ersten Semester. Korrelation ist keine Ursache.

Sokrates hätte auch gewarnt

Das ist alles nicht neu.

Vor 2400 Jahren stand ein Mann in Athen und warnte vor einer brandgefährlichen neuen Technologie. Vor der Schrift. Sokrates. Die Schrift, sagte er, ruiniert das Gedächtnis. Macht die Menschen vergesslich. Sie tun nur so, als wüssten sie was.

Er hatte sogar recht. Wir merken uns heute weniger Telefonnummern als ein Grieche vor Christus.

Und trotzdem sitzt du gerade hier. Und liest. Geschrieben.

Danke, Sokrates. Hat super geklappt mit dem Untergang.

Was keiner sagt

Und jetzt der Punkt, um den alle einen großen Bogen machen.

Die KI ist ein Werkzeug. Ein Datensammler. Ein Multiplikator. Mehr ist sie nicht.

Sie hat keine Idee. Du hast die Idee. Sie hat keinen Willen, keinen Geschmack, keinen Zorn, keine schlaflose Nacht, in der dir die Lösung kommt. Sie hat Daten. Und sie wartet, dass du etwas mit ihnen willst.

Ohne dich ist die KI ein leerer Kasten mit Strom.

Setz einen Vollpfosten vor die beste KI der Welt. Was kommt raus? Vollpfosten. Nur schneller. Garbage in, garbage out. Das sagte man in den Sechzigern. Gilt bis heute. Und sicher auch noch in den nächsten Tagen.

Die KI macht keinen Dummen schlau. Und keinen Klugen dumm. Sie macht den, der etwas kann, schneller.

Schluss jetzt

Ich benutze die KI. Jeden Tag.

Und ich denke selbst. Jeden Tag.

Das eine schließt das andere nicht aus. Das ist keine tiefsinnige Erkenntnis. Das ist der Alltag von jedem, der das Ding als das benutzt, was es ist. Als Werkzeug.

Wer Angst hat, dass ihm ein Werkzeug das Denken abnimmt, der hat vorher vielleicht auch nicht so viel gedacht.

Und wer das nicht auf die Reihe bringt, dem wäre auch schon der Bleistift zu viel Technik gewesen.

Ich bin es leid. Wirklich.